Johanna Peltner-Rambeck

Lyrik

Meine Monstranz

 

In der Hand die Monstranz mit einem

zarten Gitter inmitten, will Empfänger

sein für alles aus dem dunklen All.

Dreht die Hand den Gegenstand

vor den Mund, ist er Mikrophon für

Stumme, Hustende, schickt Kratzen

in die weglaufende Unendlichkeit.

Hält man ihn ans Ohr, kommt rastloses

Knistern, schaut man aber heiß atmend

hindurch, sieht man in Gittern Dellen

von Gravitationswellen, da Liebende mit

ihren Leidenschaften Raumzeit verbiegen.