Johanna Peltner-Rambeck

Lyrik

Heut Abend essen wir den Mond

 

Heute Abend essen wir den Mond,

legen ihn auf China-Bone und

kreuzen die Gläser über ihm.

Gestärkte Servietten, Messerbänke,

nie war ein Abend so festlich.

Nur, lass uns mit den Augen den

Zeitpunkt finden, dann, wenn seine

Scheibe käsegleich und weich-schön

und traurig ist und sich ergibt. Kaum

dauert diese Mondes-Schwäche

einen Wimpernschlag und auf

dem Teller liegt die Mahlzeit

für zwei Leben, liebeslang.

Heut Abend essen wir den Mond

Hörfassung